Trondheim

Trondheim wurde im Jahr 997 auf der Halbinsel Øra erbaut. Die Lage der Stadt war strategisch günstig, sie war umgeben von Wald und fruchtbaren Böden. Sie wurde damals zur Residenzstadt von König Olav Tryggvason. Sein Nachfolger trug wesentlich zur Bekehrung der heidnischen Wikinger zum «rechten Glauben» bei. Olav Haraldsson fiel bei einer Schlacht für das christliche Norwegen. Er wurde bei Trondheim in einer Kapelle beigesetzt. Aus dieser ging später der 1320 fertiggestellte Nidarosdom hervor.

Durch Trondheim zu schlendern lohnt sich. Eine breite Fussgängerzone mit vielen Geschäften in mehrstöckigen Holzhäusern führt direkt zum Dom. Dieser steht in einem weitläufigen Park. Gräber sind in lockerer Ordnung unter den Bäumen verteilt, so dass man dazwischen schlendern und den Park geniessen kann.

Der Dom ist ein Besuch wert. Von aussen sieht er etwas trotzig aus und erinnert an die romanischen Burgkirchen. Man sieht, dass er in der frühen Gotik erbaut wurde. Tritt man ein, ist man sofort in einen Raum der Leichtigkeit versetzt. Wie es für die Gotik typisch ist, zieht es den Blick in die Höhe, man scheint zu schweben. Der Dom ist von einer perfekten Einfachheit geprägt, frühgotische Figuren schmücken den Eingang zum Allerheiligsten, das aber frei zugänglich ist. Im Westen bringt einen die riesige Glasrosette zum Staunen und innehalten. Filigran und in harmonischen Blau- und Rottönen fängt sie den Blick des Besuchers ein.

Ja, richtig, die Gotik gehört zu meinen Lieblingsstilen in der Kirchenbaukunst und solch ein wunderschönes Beispiel von klarer Gotik bringt mich ins Schwärmen.

Die Zeit in Trondheim vergeht viel zu schnell und plötzlich müssen wir uns beeilen, damit wir pünktlich zurück auf unserem Postschiff sind. Im Vorbeigehen sehen wir die alten Holzhäuser, die noch heute auf Pfählen im Wasser stehen. In verschiedenen Farben grüssen sie von der anderen Flussseite zu uns herüber. Für einen längeren Blick und ein paar Fotos reicht es, dann geht’s ab aufs Schiff.