Pass, Kreditkarte, Smartphone – das war mein minimal notwendiges Reisegepäck, als ich noch keine Hilfsmittel benötigte. 2007 wurde ein Gehstock notwendig, 2014 folgte der Rollstuhl. Spätestens da veränderte sich meine Art des Reisens wesentlich und die Flexibilität war weg. Auf der Hurtigruten-Reise dieses Jahr begleiten mich 260 Kilogramm Material: ein Rollstuhl (200 kg), ein Patientenlift (27 kg), ein Duschrollstuhl (6 kg) und mein normales Gepäck. Neben einer logistischen Leistung ist auch das Anpacken meiner Assistentin vonnöten.
Der Gesichtsausdruck der Person, die das Gepäck bei mir abholen musste, sprach Bände: Wie kann man nur mit so viel Material eine Reise unternehmen? Spätestens jetzt bewährte sich mein Entscheid, Business zu fliegen. «Sie fliegen Business?», fragte er – die Augen verdrehend.
Schliesslich nickte er nur und meinte «Okay». Daraufhin begann er, jedes Gepäckstück zu versiegeln, zu fotografieren und in seinen Transporter zu laden.
In meiner Wohnung hatte es nun wieder Platz und das Gepäck war auf dem Weg nach Zürich Flughafen. Ich war gespannt, ob alles aufgegeben werden kann. Vor allem der Patientenlift und der Duschstuhl hatten andere Dimensionen und müssten normalerweise als Übergepäck deklariert werden.
Im Laufe des Abends erhielt ich die erste Bestätigung für das aufgegebene Gepäck. Mir war jedoch klar, dass der Patientenlift und der Duschrollstuhl noch nicht eingecheckt waren. In der Nacht kam dann aber auch diese Bestätigung – ein äusserst grosser Schritt und eine grosse Erleichterung.
Beim Transfer in Frankfurt von einem Flieger zum anderen mussten wir – weil es Vorfeldparkpositionen waren – mit einem Lifter ins Flugzeug geladen werden. Da die Kabine noch nicht bereit war, warteten wir einen Moment im Lifter. Dort entdeckte Petra die beiden Kartonschachteln, womit wir sicher waren, dass diese ebenfalls in Bergen ankommen würden.
Kurz nach 23 Uhr landeten wir in Bergen, und etwa eine halbe Stunde später konnten wir unsere Gepäckstücke in Empfang nehmen. Drei Koffer und die zwei Schachteln waren dabei. Meine Erleichterung war riesig.
Gegen zwei Uhr morgens lag ich dann im Bett. Wir drei – gesund und frohgemut – waren angekommen, ebenso wie unser Gepäck. Nach einer guten Reise stand nur noch eine kleine Frage im Raum: Waren die Türen auf dem Hurtigruten-Schiff genügend breit, damit mein Rollstuhl hindurchpasste?
More to come. Stay tuned!
