Tromsø „Paris des Nordens“

Tromsø war im Zweiten Weltkrieg für kurze Zeit die Hauptstadt des freien Norwegen (bis der König und die Regierungsmitglieder nach England flüchteten) und von Zerstörung weitgehend verschont geblieben.

Tromsø liegt auf einer Insel, ist von zum Teil 1200m hohen Bergen umgeben und verfügt über einen lebhaften und farbenfrohen Hafen.

Schon von weitem leuchtet die Eismeerkathedrale zum Gruss bei der Einfahrt des Schiffes in den Hafen. Sie ist nur über die 1036 m lange Tromsøbrua erreichbar, die über den Sund führt. Zahlreiche Busse voller Touristen fahren fast nonstop über diese Brücke und von Weitem sieht man die zahlreichen Besucher vor der Dreieckskirche stehen. Für uns wenig verlockend.

Wir wenden uns zuerst der Stadt zu. Modernste Glaskästen säumen den Sund. Wir folgen einer Strasse Richtung Zentrum, gehen an einer Kirche vorbei, die 1861 in neugotischem Stil erbaut wurde. Es ist der nördlichste protestantische Dom der Welt und ist eine der grössten Kirchen des Landes.

Die Fussgängerzone ist in Blickweite, als mich ein altes Holzhaus in einer Nebengasse in seinen Bann zieht. Es ist mit einem überdimensionierten Playmobil-Piraten, einem etwas kleineren Mickey Mouse-Bild geschmückt und weckt meine Neugierde. Es ist eine Art Antiquariat und Legoladen.Die Gestelle sind prall gefüllt, man muss sich den Weg zum Verkaufstisch suchen. Hier findet man vermutlich alles, was das Playmobil- oder Legoherz begehrt.

Die Fussgängerzone entpuppt sich als lebhafte Geschäftsstrasse mit alten, meist doppelstöckigen Holzhäusern. Die Geschäfte sind vor allem auf Touristen ausgelegt, daneben gibt es Restaurants, Bars und Cafés. Doch ein nördliches Paris? Es ist ein friedliches Treiben und der Sonnenschein trägt dazu bei, dass wir uns hier wohlfühlen. Neben den alten Häusern sieht man immer wieder riesige Glasgebäude, die sich an die alten Häuser schmiegen. So die Bibliothek und das Rathaus. Aber auch hier ein friedliches Nebeneinander, alles hat Platz: moderne Architektur, alte Geschäftshäuser, romantische Pavillons, ein Kino aus dem letzen Jahrhundert und der bunte Hafen voller Boote.