Traumreise mit Überraschungstag

Nun also gehörte die Schiffsflagge rechtlich mir, aber sie hing noch am Heck der MS Polarlys. Einen Wunsch hatte ich dennoch, den ich dem Expeditionsleiter mitteilte: «Ich möchte gerne die Signatur des Kapitäns auf der Fahne haben.»

Seine Antwort war eindeutig: Das gehe nicht, weil es sich um eine Hoheitsflagge handle, die nicht beschrieben werden dürfe. Es gäbe da klare Vorschriften. Nun, mir war ja in erster Linie wichtig, die Flagge überhaupt mit nach Hause nehmen zu können. Und das hatte ich ja mit meinem Gebot und dem Gewinn der Auktion erreicht.

Jan, so der Name des Expeditionsleiters, sagte jedoch, er würde schauen, was er für den morgigen Tag – also den zweitletzten Tag vor der Ausschiffung – organisieren könne.

Ich wurde gerade von Petra gepflegt, als plötzlich unser Kabinentelefon läutete. Am Apparat war Jan. Um 12.15 Uhr hätte der Kapitän Zeit, mir die Fahne zu übergeben. Ich solle doch um 12.00 Uhr zu ihm kommen, und dann würden wir gemeinsam ans Heck des Schiffs gehen für die Flaggenübergabe.

Und was dann folgte, übertraf meine kühnsten Erwartungen.

Jan begleitete mich und Vera ans Heck des Schiffs, zur Flagge. Sie flatterte immer noch im Wind, und meine Vorfreude war gross, sie bald in meinen Händen halten zu können.

Punkt 12.15 Uhr tauchten dann der Kapitän Lars Kalås und der Hotelmanager Marco Voigtländer auf. Ich wurde von beiden begrüsst, und in einem kleinen Zeremoniell zogen sie meine Flagge ein. Damit das Schiff gleich wieder unter der Hoheitsflagge fahren konnte, wurde eine neue aufgezogen.

Der Kapitän und sein Hotelmanager versuchten sich im Singen der norwegischen Nationalhymne – ein Erlebnis für sich. Dann folgte die Übergabe der Fahne mit einem Gruppenbild, das für sich spricht.

Nochmals wurde erklärt, dass diese Flagge nicht signiert werden dürfe. Doch sie hatten eine andere Überraschung für mich: die Fahne der Schiffsgesellschaft Hurtigruten, versehen mit der Widmung MS Polarlys, dem Reisedatum 2. September bis 13. September 2025 und der Unterschrift des Kapitäns. Auch hier folgte nochmals ein kleiner Fototermin.

Die Reise mit den Hurtigruten war meine elfte Kreuzfahrt, und schon immer hatte ich mir gewünscht, einmal die Brücke besuchen zu können. Im Rollstuhl hatte ich diesen Wunsch aber längst verworfen, und umso mehr war ich überrascht, als der Kapitän mich auf seine Brücke einlud. Ein einmaliges Erlebnis – und mein Grinsen hätte nicht grösser sein können.

Mit einem schönen Abschiedsfoto zusammen mit dem Kapitän auf der Brücke konnte meine Reise in den hohen Norden nicht besser zu Ende gehen. Ich war tief berührt über das Team und über die Art, wie sie mir eine Riesenfreude gemacht hatten.

Wie meinen Augapfel hütete ich die Schiffsflagge und die Hurtigrutenfahne, bis sie nun bei mir zu Hause darauf warten, schön präsentiert zu werden.

One thought on “Traumreise mit Überraschungstag

  1. Lieber Christoph ich freue mich sehr mit dir, dass dir diese eindrucksvollen Momente von einem tollen Hurtigruten-Team beschert wurden. Dein Text und die Bilder transportieren deine Freude voll und ganz. Liebe Grüsse Paolo und auch von Claudia 😃🙋🏻‍♂️🙋🏻‍♀️

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