Hammerfest »On Top of the World«

Hammerfest liegt tausend Kilometer nördlich des Polarkreises und war bis 1996 die nördlichste Stadt der Welt. Dann bekam Honningsvåg, das noch nördlicher liegt, das Stadtrecht. Doch auf Werbeprospekten wirbt Hammerfest immer noch mit »On Top of the World«, was niemand der Stadt abspricht.

Das moderne Aussehen der Stadt, die schon 1789 das Stadtrecht bekam, verdankt auch sie der Deutschen Wehrmacht und ihres Prinzips der »verbrannten Erde«. Das einzige Gebäude, das den Flammen der Deutschen widerstand und heute noch steht, ist die Grabkapelle.

Heute sind der Tourismus, die Fischerei, die Schifffahrt und die Erdgasförderung- und verarbeitung die Einnahmequellen der Stadt. Hammerfest hat die grösste Erdgasverflüssigungsanlage der Welt.

Doch nun genug der Infos zu der Stadt. Wir machen es wie immer und lassen uns von unserem Gefühl bei der Stadtentdeckung leiten. Halt, stimmt nicht ganz. Ich habe uns wie immer vorgängig im Reiseführer etwas schlau gemacht und weiss, in welche Richtung ich gehen möchte. Die Grabkappelle interessiert mich und die moderne Hammerfestkirche. Wir folgen der Hauptstrasse nahe des Hafens, kommen am »Wiederaufbaumuseum“ vorbei, das sich der Geschichte des zweiten Weltkrieges und des Wiederaufbaus widmet. In fast allen grösseren Orten in der Finnmark begegnet man solchen Museen. Erinnerung und Bewältigung der vielen grauenhaften Kriegsgeschehnissen.

Wir gehen um die Strassenbiegung und da erhebt sie sich weiss und erhaben in den strahlend blauen Himmel. Eine grosse Kirche aus Beton und in Dreiecksform. Sie beeindruckt durch ihre Schlichtheit und mit ihrem strahlenden Glasfenster im Chor. Ein Dreieck, dessen Schenkel acht Meter lang sind. Der Osloer Architekt Hans Magnus hat die Kirche erbaut, die 1961 geweiht wurde. Das Dreieck ist Leitmotiv der Kirche: Symbol der heiligen Dreifaltigkeit und der Bezug zu den traditionellen Gestellen zum Fischtrocknen, mit denen noch heute der Stockfisch hergestellt wird.

Die Aussicht von hier über den Fjord ist eindrücklich. Die rohe Natur mit ihren kargen Felsen und dem wenigen Grün vereint sich mit dem Blau des Wassers und des Himmels.

Dann besuchen wir die Grabkapelle. Eine Rampe für den Rollstuhl wäre da, doch wie so oft hier im Norden, ist die Kapelle verschlossen.

Der Friedhof beeindruckt mich, wie eigentlich alle Friedhöfe in Norwegen und in Schweden. Die Gräber liegen verstreut im Gelände, so als hätten die Verstorbenen und ihre Angehörigen die Wahl gehabt, wo sich ein Grab befinden soll. Auch hier gibt es sehr alte Gräber, sogar aus dem 18. Jahrhundert. In Skandinavien werden die Toten geehrt, ihre Gräber erhalten und immer wieder erneuert. Eine sehr berührende und verehrende Tradition.

Wir müssen uns von dieser Stadt wieder verabschieden. Der Rückweg führt uns noch über einen grossen Platz am Hafen, wo sich Touristen und vermutlich auch Einheimische tummeln. Es bleibt keine Zeit mehr, dies genauer herauszufinden, das Schiff legt bald ab.

Von Kirkenes nach Bergen

Das Schiff legt in Kirkenes ab, und schon befinden wir uns auf der Rückreise nach Bergen. Die Reise vom Norden in den Süden ist fast die gleiche Strecke wie von Süden nach Norden, doch ändern sich die Ankunftszeiten an den Anlegeorten. Da wo wir im Hinweg im späteren Morgen oder am Nachmittag angelegt haben, landen wir nun nachts oder am Morgen früh. Wir fahren mehr Strecken auf offenem Meer, was die Fahrt lebhafter und schwankender macht.

Die Reise von Kirkenes zurück nach Bergen ist eine Reise voller Überraschungen: da sind die unvorstellbar schönen Naturbilder und immer wieder Anlegeorte, die auf den ersten Blick eher unattraktiv wirken. Wenn wir uns eingehender mit ihnen befassen, entdecken wir Spannendes, Interessantes, Berührendes und zum Nachdenken anregendes. Es lohnt sich einmal mehr, sich genauer mit dem Unscheinbaren zu beschäftigen.

Die erste Überraschung erleben wir in der Nacht nach Kirkenes. Die Lautsprecherdurchsage um 21.30 Uhr lässt uns aufhorchen. «Die Sichtung von Nordlichtern ist möglich». Also nichts wie los auf Deck sieben. Ich bin gespannt, was ich da zu sehen bekomme. So viele haben mir davon vorgeschwärmt oder mir dieses Phänomen physikalisch erklärt. Das ist alles vergessen, als ich wie alle andern in den Himmel schaue. Da ist der nicht mehr ganz volle Mond und ein paar Wolken, dazwischen vereinzelte Sterne. Doch dann webt sich aus dem Nichts heraus ein leuchtend grünes Band von Irgendwas durch die Wolken und in den Nachthimmel. Ständig in Bewegung, in immer neue Formen und unterschiedlich intensiv leuchtend. Ein grün-gelbes Wunder.

In der nächsten Nacht dürfen wir noch einmal über das gleiche Wunder staunen. Die Bilder am Himmel sind noch intensiver, das Spiel von Mond, Nordlichter und Wolken ein Tanz in der Unendlichkeit.

Traumreise mit Überraschungstag

Nun also gehörte die Schiffsflagge rechtlich mir, aber sie hing noch am Heck der MS Polarlys. Einen Wunsch hatte ich dennoch, den ich dem Expeditionsleiter mitteilte: «Ich möchte gerne die Signatur des Kapitäns auf der Fahne haben.»

Seine Antwort war eindeutig: Das gehe nicht, weil es sich um eine Hoheitsflagge handle, die nicht beschrieben werden dürfe. Es gäbe da klare Vorschriften. Nun, mir war ja in erster Linie wichtig, die Flagge überhaupt mit nach Hause nehmen zu können. Und das hatte ich ja mit meinem Gebot und dem Gewinn der Auktion erreicht.

Jan, so der Name des Expeditionsleiters, sagte jedoch, er würde schauen, was er für den morgigen Tag – also den zweitletzten Tag vor der Ausschiffung – organisieren könne.

Ich wurde gerade von Petra gepflegt, als plötzlich unser Kabinentelefon läutete. Am Apparat war Jan. Um 12.15 Uhr hätte der Kapitän Zeit, mir die Fahne zu übergeben. Ich solle doch um 12.00 Uhr zu ihm kommen, und dann würden wir gemeinsam ans Heck des Schiffs gehen für die Flaggenübergabe.

Und was dann folgte, übertraf meine kühnsten Erwartungen.

Jan begleitete mich und Vera ans Heck des Schiffs, zur Flagge. Sie flatterte immer noch im Wind, und meine Vorfreude war gross, sie bald in meinen Händen halten zu können.

Punkt 12.15 Uhr tauchten dann der Kapitän Lars Kalås und der Hotelmanager Marco Voigtländer auf. Ich wurde von beiden begrüsst, und in einem kleinen Zeremoniell zogen sie meine Flagge ein. Damit das Schiff gleich wieder unter der Hoheitsflagge fahren konnte, wurde eine neue aufgezogen.

Der Kapitän und sein Hotelmanager versuchten sich im Singen der norwegischen Nationalhymne – ein Erlebnis für sich. Dann folgte die Übergabe der Fahne mit einem Gruppenbild, das für sich spricht.

Nochmals wurde erklärt, dass diese Flagge nicht signiert werden dürfe. Doch sie hatten eine andere Überraschung für mich: die Fahne der Schiffsgesellschaft Hurtigruten, versehen mit der Widmung MS Polarlys, dem Reisedatum 2. September bis 13. September 2025 und der Unterschrift des Kapitäns. Auch hier folgte nochmals ein kleiner Fototermin.

Die Reise mit den Hurtigruten war meine elfte Kreuzfahrt, und schon immer hatte ich mir gewünscht, einmal die Brücke besuchen zu können. Im Rollstuhl hatte ich diesen Wunsch aber längst verworfen, und umso mehr war ich überrascht, als der Kapitän mich auf seine Brücke einlud. Ein einmaliges Erlebnis – und mein Grinsen hätte nicht grösser sein können.

Mit einem schönen Abschiedsfoto zusammen mit dem Kapitän auf der Brücke konnte meine Reise in den hohen Norden nicht besser zu Ende gehen. Ich war tief berührt über das Team und über die Art, wie sie mir eine Riesenfreude gemacht hatten.

Wie meinen Augapfel hütete ich die Schiffsflagge und die Hurtigrutenfahne, bis sie nun bei mir zu Hause darauf warten, schön präsentiert zu werden.

Die Schiffsflagge als Erinnerung an meine letzte Traumreise auf meiner Bucketlist 

Einige Zeit, bevor ich auf die Reise mit Hurtigruten ging, sah ich mir einen Dokumentarfilm über die Reise an. Und da habe ich gesehen, dass sie jeweils die Schiffsflagge für ihre Foundation versteigern. Für mich war ab dem Moment klar, dass diese Fahne, egal wie, am Schluss mit mir die Heimreise antritt.

Und am zehnten Tag war es dann endlich so weit. Die Versteigerung von einer Schiffskarte und einem Kunstgegenstand waren angesagt. Aber nirgends stand, dass die Flagge auch versteigert wird. Eine kleine Enttäuschung stieg in mir auf. Am elften Tag dann aber sah ich eine noch bügelfrische Flagge auf dem Tisch liegen. Und sie war tatsächlich in einer stillen Auktion zu ersteigern. Klar, dass ich da mitmachen musste.

Noch vor dem Frühstück gingen wir uns den Zettel anschauen. 800 norwegische Kronen (NOK) waren das Mindestgebot, also rund 68 Franken. Darunter stand schon jemand, der 1500 NOK geboten hatte.

Nach dem Frühstück musste ich natürlich schon wieder schauen gehen, wie hoch der Preis inzwischen war. Nun waren sie bei 2500 NOK. Ich bat Vera, den Betrag auf 3000 NOK zu erhöhen.

Danach ging es auf einen Landausflug. Gedanklich war ich aber immer wieder bei der Steigerung, weil ich die Schiffsflagge während der ganzen Reise immer wieder gesehen und mir gesagt hatte: Am Schluss gehört sie mir. Ich war gespannt, wie hoch ich am Schluss bieten muss, damit sie wirklich mir gehören konnte.

Nachdem wir von unserem Landausflug zurückgekehrt waren, war der Preis inzwischen bei 4000 NOK. Klar, dass ich weitere 1000 NOK darauflegte.

Vom Chef des Expeditionsteams erfuhr Vera, dass zwei Jungs die Fahne unbedingt haben wollten. Und tatsächlich, nach dem Abendessen war der Preis inzwischen auf 6000 NOK gestiegen.

Ich setzte den Betrag von 7000 NOK aufs Spiel und fragte mich, wie hoch sie am Schluss gehen würden. Um Viertel nach neun, also eine Viertelstunde vor Ende der Auktion, ging ich dann in den Auktions- respektive in den Shop-Raum. 7100 NOK standen nun auf dem Blatt. Ich erhöhte auf 8000 NOK und sah, wie einer der Jungs dann vorbeischaute, um zu sehen, welcher Betrag nun eingesetzt worden war. Sie berieten sich vor dem Shop noch einmal lange, und drei Minuten vor halb zehn setzten sie 8100 NOK ein. Nun war es an der Zeit, mein wahres Gesicht zu zeigen, und ich bat Vera, 10 000 NOK einzusetzen, also 820 Schweizer Franken.

Einer der Jungs ging hin, schaute sich den Betrag an, und seine Augen wurden gross und grösser, sein Gesicht lang und länger. Da konnten oder wollten sie nicht mehr mitsteigen. Ja, der Leiter des Expeditionsteams zählte dann kurz vor 21.30 Uhr von fünf herunter. Annagret sagte: «Zehntausend zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten», der Hammer fiel, und die Flagge gehörte mir. Das Zeremoniell der Übergabe folgte einen Tag später – und folgt somit auch in einem weiteren Beitrag von mir.

More to come! Stay tuned…

Weihnachten in Honningsvåg

Honningsvåg war auch Opfer des Zweiten Weltkriegs. Ausser der Kirche, wurden alle Häuser von der Deutschen Wehrmacht abgebrannt. Deshalb sind die alten Häuser im Stil der Nachkriegsarchitektur gebaut.

Als erstes fällt mir der Hafen voller Schiffe auf. Honningsvåg ist die bedeutendste Fischereisiedlung der westlichen Finnmark. Dies sieht man einerseits an den vielen deutlich erkennbaren Fischerbooten, andererseits an den zahlreichen Werftbetrieben und Fischverarbeitungsfabriken.

Auf dem Weg ins Dorf kommen wir am Nordkapmuseum vorbei, das über die Geschichte und die regionale Küstenkultur informiert. Wir lassen es rechts liegen und spazieren weiter.

Ich frage mich sehr bald, wie Menschen hier in dieser kargen Landschaft leben können, im nördlichsten Dorf Norwegens, das mit Strassen erschlossen ist. Jetzt scheint die Sonne und die farbigen Schiffe und die bunten Häuserzeilen leuchten und hinterlassen einen frohen Eindruck. Doch wie dunkel und einsam muss es hier im Winter sein, ohne Sonne und bitter kalt?

Die Menschen, denen wir begegnen, sind freundlich und wirken aufgeschlossen. Ein Plakat lässt mich stutzig werden: hier werden im Sommer mehrere Musikfestivals, kulturelle Produktionen, Ausstellungen und ein Sommermusical durchgeführt. Nichts von gedrückter Stimmung! Dieses Dorf hat ein reiches Leben und im Sommer herrscht hier sicher ein buntes Treiben.

Meinen ersten Eindruck kann ich gleich über den Haufen schmeissen. Hier lässt es sich offensichtlich gut leben.

Auf dem Rückweg zum Schiff sehe ich von Weitem ein Haus mit weihnachtlichen Plakaten: «Artico Christmas House». Da treibt mich meine Neugierde hin. Auf 400 m2 warten hier Weihnachtsartikel so weit das Auge reicht. Hier findet man einfach alles: Weihnachtszwerge, Weihnachtsrentiere, Weihnachtskugeln, Weihnachtsservietten, Baumschmuck, Textilien usw. usw. Weihnachten Mitte September!

Da wird mir ein weiterer Aspekt der Hurtigruten-Schiffe bewusst: Touristen kommen dank der Schiffe hierhin, kaufen Weihnachtsartikel, besuchen das Museum, nehmen im Sommer an den Festivals teil und im Winter buchen sie Schlittenfahrten und wollen die Polarlichter sehen.

Tromsø „Paris des Nordens“

Tromsø war im Zweiten Weltkrieg für kurze Zeit die Hauptstadt des freien Norwegen (bis der König und die Regierungsmitglieder nach England flüchteten) und von Zerstörung weitgehend verschont geblieben.

Tromsø liegt auf einer Insel, ist von zum Teil 1200m hohen Bergen umgeben und verfügt über einen lebhaften und farbenfrohen Hafen.

Schon von weitem leuchtet die Eismeerkathedrale zum Gruss bei der Einfahrt des Schiffes in den Hafen. Sie ist nur über die 1036 m lange Tromsøbrua erreichbar, die über den Sund führt. Zahlreiche Busse voller Touristen fahren fast nonstop über diese Brücke und von Weitem sieht man die zahlreichen Besucher vor der Dreieckskirche stehen. Für uns wenig verlockend.

Wir wenden uns zuerst der Stadt zu. Modernste Glaskästen säumen den Sund. Wir folgen einer Strasse Richtung Zentrum, gehen an einer Kirche vorbei, die 1861 in neugotischem Stil erbaut wurde. Es ist der nördlichste protestantische Dom der Welt und ist eine der grössten Kirchen des Landes.

Die Fussgängerzone ist in Blickweite, als mich ein altes Holzhaus in einer Nebengasse in seinen Bann zieht. Es ist mit einem überdimensionierten Playmobil-Piraten, einem etwas kleineren Mickey Mouse-Bild geschmückt und weckt meine Neugierde. Es ist eine Art Antiquariat und Legoladen.Die Gestelle sind prall gefüllt, man muss sich den Weg zum Verkaufstisch suchen. Hier findet man vermutlich alles, was das Playmobil- oder Legoherz begehrt.

Die Fussgängerzone entpuppt sich als lebhafte Geschäftsstrasse mit alten, meist doppelstöckigen Holzhäusern. Die Geschäfte sind vor allem auf Touristen ausgelegt, daneben gibt es Restaurants, Bars und Cafés. Doch ein nördliches Paris? Es ist ein friedliches Treiben und der Sonnenschein trägt dazu bei, dass wir uns hier wohlfühlen. Neben den alten Häusern sieht man immer wieder riesige Glasgebäude, die sich an die alten Häuser schmiegen. So die Bibliothek und das Rathaus. Aber auch hier ein friedliches Nebeneinander, alles hat Platz: moderne Architektur, alte Geschäftshäuser, romantische Pavillons, ein Kino aus dem letzen Jahrhundert und der bunte Hafen voller Boote.

Die netten Kreuzfahrer von nebenan 🤬

Kreuzfahrten, auch unsere Reise mit der Hurtigrutenlinie gehört dazu – auch wenn die maximale Passagierzahl bei 700 Personen liegt. Auf einer Kreuzfahrt sind folglich viele Menschen auf engem Raum unterwegs. Man trifft sich immer wieder: Bei den einen freut man sich darüber, bei den anderen versucht man, ihnen so gut wie möglich aus dem Weg zu gehen. Und es gibt den typischen Kreuzfahrer, der ständig auf der Suche ist, allen anderen alles zu erklären.

Wie so ein Tag abläuft oder wie ein erstes Treffen aussieht, erkläre ich euch. Ohne grosse Gedanken macht sich unsere kleine Reisegruppe – Vera, Petra und ich – auf den Weg ins Restaurant Torget, um unser Frühstück einzunehmen. Wie geplant ist dort ein Tisch für uns reserviert, den ich als Rollstuhlfahrer gut erreichen kann.

Wir sind noch nicht einmal richtig am Tisch eingerichtet, da tönt es vom Nebentisch: «Guten Morgen allerseits!» Eine Frauenstimme ruft es, und auch der Mann stimmt in eine ähnliche Morgenbegrüssung ein.

Ich blinzle nicht einmal, denn diesen Typus von Kreuzfahrern kenne ich nur zu gut von meinen vergangenen Reisen. Keine fünf Minuten vergehen, und schon versuchen diese Damen und Herren einem zu erklären, was man auch selbst sehen kann.

Meine Situation als mobilitätseingeschränkte Person im Elektrorollstuhl lässt auch die Option offen, auf stur zu schalten – oder ähnlich. Heute entscheide ich mich für die «autistische Version»: Das heisst, ich schaue weder die Leute an, noch gebe ich irgendein Wort von mir.

Nachdem wir mit den Zutaten für unser Frühstück wieder an unserem Tisch sitzen, beginnt die Dame nebenan mit Vera zu plaudern. «Wie hat euch die Reise gefallen?», ist die einzige Frage, die sie stellt – dann geht es los: Sie seien in Bergen eingestiegen («wir auch»). Sie hätten den Flug mit KLM über Amsterdam genommen und seien am Tag der Abreise direkt auf dem Schiff in Bergen angekommen («wir nicht»). Die Rückreise würden sie ebenfalls gleich nach der Ankunft in Bergen antreten («wir zum Glück nicht»).

Vera hatte sich zu Beginn noch auf das Gespräch eingelassen, hat aber schnell begriffen, dass man nur mit einem Rückzug sein Frühstück in Ruhe essen kann.

Aber ist man erst einmal in ihren Fängen, dann sind sie wie Kletten – man wird sie nicht mehr los.

Die «Klette» quatscht weiter, obwohl Vera ihr gar nicht mehr zuhört und keine Antworten mehr gibt.

«Wir haben ja bestes Wetter für unsere Reise, und das Essen ist so gut. Habt ihr dies und das auch schon gesehen? Und wir haben ja noch so viel vor uns. Obwohl, die Reise ist ja bald zu Ende. Bla, bla, bla.»

Ich bin mir gar nicht sicher, ob sie wirklich alles so gesagt hat – aber es klingt immer gleich.

Einen Tag später sind wir auf einem Landausflug. Und es muss so kommen, wie es kommen muss: Man trifft diese Leute wieder. Sie quasselt irgendetwas von einem Berg mit einem Stein oder so. Vera schaut sie nur kurz an, gibt ein «Ja» zur Antwort und läuft weiter.

Wir fragen uns, wann sie uns das nächste Mal wieder über den Weg läuft, um uns zu erzählen, wie das Wetter jetzt doch gewechselt habe, dass nun Wolken aufgezogen seien und die Sonne gar nicht mehr durchkäme. (Zum Glück sind wir nicht blind und auch nicht auf solche Auskünfte angewiesen.)

In solchen Momenten wäre ich gerne taub. Aber vielleicht würden auch überdimensionierte Kopfhörer helfen, um den eigenen Widerwillen gegen solche Plattitüden zu manifestieren.

Am Abend sehen wir das Paar auf dem Schiff wieder. Zum Glück haben sie jemand anderen gefunden. Das Bild ist aber immer noch das gleiche: Sie quatscht die andere Person im Gehen voll, und ihr «Begleithündchen» hechelt ihr hinterher.

Bodø – Kulturhauptstadt Europas 2024

Bodø ist die zweitgrösste Stadt Nordnorwegens. Die Schönheit dieser Stadt liegt in ihrer Umgebung: Fjord, Berge, Insel. Die Stadt selber wurde nach dem zweiten Weltkrieg und der Zerstörung durch die deutsche Wehrmacht wieder aufgebaut. In der für diese Zeit aktuellen Architektur. Im Rechteckmuster verlaufende Strassen und viele triste Stein – und Betonhäuser. Daneben gibt es am Fjord modernste Bauten, auch das Rathaus in der Stadt gehört zu diesen. Bekannt wurde Bodø durch die verschiedenen Graffitikünstler, die die grauen Wände lebendig machten. Streetart ist in Norwegen sonst selten, hier findet man sie zu Hauf.

Trondheim

Trondheim wurde im Jahr 997 auf der Halbinsel Øra erbaut. Die Lage der Stadt war strategisch günstig, sie war umgeben von Wald und fruchtbaren Böden. Sie wurde damals zur Residenzstadt von König Olav Tryggvason. Sein Nachfolger trug wesentlich zur Bekehrung der heidnischen Wikinger zum «rechten Glauben» bei. Olav Haraldsson fiel bei einer Schlacht für das christliche Norwegen. Er wurde bei Trondheim in einer Kapelle beigesetzt. Aus dieser ging später der 1320 fertiggestellte Nidarosdom hervor.

Durch Trondheim zu schlendern lohnt sich. Eine breite Fussgängerzone mit vielen Geschäften in mehrstöckigen Holzhäusern führt direkt zum Dom. Dieser steht in einem weitläufigen Park. Gräber sind in lockerer Ordnung unter den Bäumen verteilt, so dass man dazwischen schlendern und den Park geniessen kann.

Der Dom ist ein Besuch wert. Von aussen sieht er etwas trotzig aus und erinnert an die romanischen Burgkirchen. Man sieht, dass er in der frühen Gotik erbaut wurde. Tritt man ein, ist man sofort in einen Raum der Leichtigkeit versetzt. Wie es für die Gotik typisch ist, zieht es den Blick in die Höhe, man scheint zu schweben. Der Dom ist von einer perfekten Einfachheit geprägt, frühgotische Figuren schmücken den Eingang zum Allerheiligsten, das aber frei zugänglich ist. Im Westen bringt einen die riesige Glasrosette zum Staunen und innehalten. Filigran und in harmonischen Blau- und Rottönen fängt sie den Blick des Besuchers ein.

Ja, richtig, die Gotik gehört zu meinen Lieblingsstilen in der Kirchenbaukunst und solch ein wunderschönes Beispiel von klarer Gotik bringt mich ins Schwärmen.

Die Zeit in Trondheim vergeht viel zu schnell und plötzlich müssen wir uns beeilen, damit wir pünktlich zurück auf unserem Postschiff sind. Im Vorbeigehen sehen wir die alten Holzhäuser, die noch heute auf Pfählen im Wasser stehen. In verschiedenen Farben grüssen sie von der anderen Flussseite zu uns herüber. Für einen längeren Blick und ein paar Fotos reicht es, dann geht’s ab aufs Schiff.

Ålesund «Stadt des Jugendstils»

Die vielen Jugendstilhäuser, denen man auf dem Stadtbummel begegnet, wurden alle im Zeitraum zwischen 1904 und 1907 erbaut. Vorausgegangen war eine Feuersbrunst, die im Januar 1904 den gesamten Stadtkern zerstörte. Mehr als 800 Häuser verbrannten und und rund 10 000 Menschen wurden obdachlos. Hilfe kam aus ganz Europa. Der Wiederaufbau dauerte drei Jahre und entsprechend des Baustils in diesen Jahren, wurden die Häuser in dem mit nationalen Elementen gemischten Jugendstil gebaut.

Ålsund ist noch heute der wichtigste Fischerei- und grösste Exporthafen Norwegens für Stockfisch. Für Stockfisch wird hauptsächlich Kabeljau (Dorsch) verwendet, der auf Holzgestellen an der Luft getrocknet wird. Eine Spezialität, die wirklich gut schmeckt, wie ich bei einem Abendessen feststellen durfte.

Auf unserem Stadtbummel staunten wir ob den vielen verschiedenen Jugendstilfassaden, die mal weiss, mal farbig, mit verschiedensten Pflanzen-und Blumenornamenten geschmückt sind. Ein spezielles Stadtbild so hoch im Norden.

Von Ålesund nach Urke und zurück

Am Morgen des zweiten Reisetages legen wir in Ålesund an, doch ist die Aufenthaltszeit zu kurz, um die Jugendstil-Stadt zu besuchen. Ein zweiter Halt ist am Abend geplant, zwei Stunden Zeit für die Stadtbesichtigung.

Bis dahin erwartet uns eine Reise in die unendlich schöne Landschaft des Hjørundfjords. Er ist einer der Seitenarme des Storfjordes, der im Frühling und Herbst angefahren wird. Insgesamt geht die Fahrt durch den 84 km langen Ast bis nach Urke. Die Landschaft ist so unglaublich schön, dass man sie nicht beschreiben kann. Deshalb lasse ich lieber Bilder sprechen.

Urke ist ein kleines Bauerndorf mit 30 Einwohnern. Anfangs des 20. Jahrhunderts begann ein Bauer hier Landwirtschaft zu betreiben. Heute ist Urke wegen seiner einmalig schönen Lage fast zuhinterst im Fjord und als Ausgangspunkt für Wanderungen bekannt.

Die Hurtigruten-Schiffe gehen in der Nähe vor Anker und die Passagiere, die Wanderer und die Post und Waren für die Einheimischen werden mit Tenderbooten an Land gebracht.

Urke

Alles da? Ja, alles da!

Pass, Kreditkarte, Smartphone – das war mein minimal notwendiges Reisegepäck, als ich noch keine Hilfsmittel benötigte. 2007 wurde ein Gehstock notwendig, 2014 folgte der Rollstuhl. Spätestens da veränderte sich meine Art des Reisens wesentlich und die Flexibilität war weg. Auf der Hurtigruten-Reise dieses Jahr begleiten mich 260 Kilogramm Material: ein Rollstuhl (200 kg), ein Patientenlift (27 kg), ein Duschrollstuhl (6 kg) und mein normales Gepäck. Neben einer logistischen Leistung ist auch das Anpacken meiner Assistentin vonnöten.

Der Gesichtsausdruck der Person, die das Gepäck bei mir abholen musste, sprach Bände: Wie kann man nur mit so viel Material eine Reise unternehmen? Spätestens jetzt bewährte sich mein Entscheid, Business zu fliegen. «Sie fliegen Business?», fragte er – die Augen verdrehend.

Schliesslich nickte er nur und meinte «Okay». Daraufhin begann er, jedes Gepäckstück zu versiegeln, zu fotografieren und in seinen Transporter zu laden.

In meiner Wohnung hatte es nun wieder Platz und das Gepäck war auf dem Weg nach Zürich Flughafen. Ich war gespannt, ob alles aufgegeben werden kann. Vor allem der Patientenlift und der Duschstuhl hatten andere Dimensionen und müssten normalerweise als Übergepäck deklariert werden.

Im Laufe des Abends erhielt ich die erste Bestätigung für das aufgegebene Gepäck. Mir war jedoch klar, dass der Patientenlift und der Duschrollstuhl noch nicht eingecheckt waren. In der Nacht kam dann aber auch diese Bestätigung – ein äusserst grosser Schritt und eine grosse Erleichterung.

Beim Transfer in Frankfurt von einem Flieger zum anderen mussten wir – weil es Vorfeldparkpositionen waren – mit einem Lifter ins Flugzeug geladen werden. Da die Kabine noch nicht bereit war, warteten wir einen Moment im Lifter. Dort entdeckte Petra die beiden Kartonschachteln, womit wir sicher waren, dass diese ebenfalls in Bergen ankommen würden.

Kurz nach 23 Uhr landeten wir in Bergen, und etwa eine halbe Stunde später konnten wir unsere Gepäckstücke in Empfang nehmen. Drei Koffer und die zwei Schachteln waren dabei. Meine Erleichterung war riesig.

Gegen zwei Uhr morgens lag ich dann im Bett. Wir drei – gesund und frohgemut – waren angekommen, ebenso wie unser Gepäck. Nach einer guten Reise stand nur noch eine kleine Frage im Raum: Waren die Türen auf dem Hurtigruten-Schiff genügend breit, damit mein Rollstuhl hindurchpasste?

More to come. Stay tuned!

Gepäck vor der Kabine 321 auf der MS Polarlys

Ich bin Charly

Nein, ich hab keinen neuen Namen bekommen. Was es mit Charly auf sich hat, wird im Laufe dieses Beitrages ersichtlich.

Wer als mobilitätseingeschränkte Person mit dem Flugzeug reisen will, braucht vor allem eines: Nerven. Aber auch die richtigen Abkürzungen, um das zu bekommen, was man benötigt. WCHR, WCHS oder WCHC hat nichts mit der Toilette zu tun, auch wenn das WC darauf hinweisen könnte. WCH steht für Wheelchair (Rollstuhl). Das R bedeutet, dass eine mobilitätseingeschränkte Person für längere Strecken auf eine Fahrhilfe angewiesen ist. Das S steht für eine Person, die keine Treppen mehr gehen kann. Und das C schliesslich wird für Passagiere genutzt, die nicht selbständig laufen oder Treppen steigen können. Das Fliegeralphabet kennt eigene Bezeichnungen für die Buchstaben und so steht Charly für das C.

Charly kann nicht gehen. Aber auf unserem Zwischenstopp in Frankfurt weiss niemand, dass ein Charly im Flugzeug ist. So sitze ich gut eine halbe Stunde nach Ankunft in Frankfurt noch immer auf meinem Sitz 6D, neben mir auf Sitz 6C eine knapp 70-jährige Frau, die mich zum Anschlussflug bringen sollte. Irgendwann tauchten dann zwei Personen auf, die mich irgendwie aus dem Sitz rissen (absolut ungeübt und inkompetent) und auf dem Galleystuhl aus dem Flugzeug brachten, mich dort auf ein uraltes Rollstuhlmodell platzierten, was zu für mich mit enormen Schmerzen, einem fast über den Kopf gezogenen Pullover und einer kühlen Brise auf meiner nackten Haut führte. Zum Glück hatte das Flugzeug für unseren Anschlussflug Verspätung, so endete unsere Reise nicht schon in Frankfurt.

Wer nun denkt, schlimmer könne es nicht werden, der soll einmal gegen Mitternacht in Bergen als Charly ankommen. Da warten zwei Frauen, jung, aber gebrechlicher wie die alte Frau in Frankfurt, und reissen mich aus dem Sitz, so dass ich völlig quer zwischen Sitzreihe 3 und 2 halb am Boden liege und warte, bis noch jemand kommt, der mich mit rund 84 kg Lebendgewicht aus dem Flieger bringt. Charly fliegt und bezahlt Business, jedes Tier im Frachtraum wird besser behandelt.

Im Hotel wird dann aus Charly wieder Christoph und die Ferien können beginnen.

More to come. Stay tuned …

Ziehst du um?

Jede Person, die mir in den letzten Tagen einen Besuch abstattete, stellte die Frage im Titel. In der Tat kann man auf diese Idee kommen, sieht man den Berg, der – und hier kommt ein kleines Wortspiel – nach Bergen muss. Nein, nicht in die Berge. Es geht nach Bergen in Norwegen, von wo meine letzte noch offene Traumreise starten wird: mit dem Postschiff der Hurtigruten von Bergen nach Kirkenes und zurück nach Bergen.

Am 1. September werden Vera, meine Assistentin Petra und ich in Zürich in den Flieger richtig Norwegen steigen. Und dies nach einer mehrmonatigen Planung, damit es für mich und meine Begleitung möglichst angenehm ist. So reisen mit mir nicht nur mein Elektrorollstuhl, sondern auch ein Patientenlift und ein Duschrollstuhl mit. Und das erklärt nun auch den Riesenberg an Gepäck. Und nein, wir fahren nicht mit all dem Gepäck im Zug zum Flughafen. Praktischerweise gibt es einen Abholservice, der das Gepäck gleich auch eincheckt.

Die grosse Frage wird sein: klappt alles? Da müssen die fünf Gepäckstücke in Zürich auf den richtigen Flieger geladen, in Frankfurt auch wieder in den richtigen Flieger nach Bergen umgeladen werden. Klappt das? Und wird auch mein Elektrorollstuhl, der Schwede, den Umlad heil überstehen? Richtig ruhig werde ich erst am späten Montagabend sein, wenn ich im Bett liege, alle Personen gesund im Norden angekommen sind und alles Material vollständig und ohne Schaden mir zur Verfügung steht. Dann, ja erst dann, beginnt meine Reise vor der Küste Norwegens.

More to come. Stay tuned!

We all are family (und sitzen alle im gleichen Boot) Teil 2

Die Vorstellung, in einem Notfall mit anderen Passagieren in einem kleinen Rettungsboot über Tage auf dem Pazifik auf Rettung zu warten, lässt einen inständig bitten, es möge nichts dergleichen passieren. Auf dem Kreuzfahrtschiff ist die Kabine ein Zufluchtsort, wenn der Gesprächs- und Mitteilungsdrang gewisser Mitreisenden gar ausgeprägt ist.

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We all are family (und sitzen alle im gleichen Boot) Teil 1

Amith aus Indien (Front Desk Manager), Socorro auch aus Indien (2nd Cook), Julia und Alona aus der Ukraine (Waiters), Vince von den Philippinen (Steward) und viele Crewmitglieder mehr (insgesamt 1’200 für 2’600 Passagiere) kümmern sich um das Wohl der Passagiere. Die einen mit viel Freude, die anderen sind bemüht, Freude zu vermitteln.

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Ed schlägt sie alle

Gut möglich, dass ich mich auf den letzten Kreuzfahrten nicht geachtet habe, wie viele Reisende mit einem fahrbaren Untersatz unterwegs sind. Aber ich denke, die Anzahl war bedeutend weniger. Mit ein Punkt dürfte aber sein, dass Amerikaner schnell dazu neigen, einen Mini-Scooter zu mieten und sich so die Mühen der manuellen Fortbewegung ersparen. Jedoch würde gerade ihnen, und hier will ich keine Wertung der Lebenseinstellung vornehmen, die Bewegung gut tun.

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Wenn einer eine Reise tut,

dann kann er etwas erzählen… Teil 2

Genug ist genug, dachte sich der Reisende und machte sich rollenderweise auf den Weg zum Kundendienst, sprich dem Front Desk. Amith, ein smarter Inder, nimmt sich der Wut und den Problemen an. Nach einem Augenschein in der Kabine ist auch im klar, dass einer erholsamen Kreuzfahrt ein paar Dinge und vor allem Wasser im Wege stehen respektive sich hartnäckig im Teppich halten. Auf die Aufforderung, mal in Socken durch die Kabine zu laufen, geht er nicht ein. Hat er Angst, seine sauber herausgeputzten und polierten Schuhe zu ruinieren?

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Kalt und langweilig. Von wegen!

Im Vorfeld meiner Reise habe ich immer wieder die Frage zu hören bekommen, ob’s denn in Alaska nicht kalt und auf einem Schiff langweilig sei. Beide Fragen kann ich klar mit nein beantworten. Erstens bin ich noch nicht in Alaska, sondern erst auf dem Weg dorthin und zweitens zeugen ein ungesunder Sonnenbrand an den Armen und ein gut gefärbter Kopf (der mich wohl wieder als südländischen Typ aussehen lässt) von den aktuell herrschenden Wetterverhältnissen. Die Aussichten sind übrigens sehr gut, obwohl es sicher noch ein paar Grad kühler wird. Aber der Lachs hält besser, wenn er nicht schon gewärmt gefischt wird.
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Übermut wird bestraft

Die lange Anreise und wahrscheinlich das Eintauchen in das Abend- und Nachtleben von San Francisco haben Spuren hinterlassen. Der Körper fühlt sich ausgelaugt an. Aber der Geist ist glücklich und zufrieden. Aber das Beste ist, dass ich absolut keine Schmerzen verspüre. Ein lange Zeit unbekannter Zustand.
Nach dem heutigen Einschiffen, „mein“ Kreuzfahrtschiff sehe ich von meinem Hotelzimmer aus, stehen morgen und übermorgen zwei Seetage auf dem Programm. Mehr als genug Zeit, mich wieder erholen zu können.

Stay tuned.

Vor einer Traumreise

Am Sonntag, 11. Mai 2014, startet um 13 Uhr Swiss Flug LX38 von Zürich nach San Francisco. Am Montag heisst es Leinen los auf der Star Princess in Richtung Alaska. 11 Tage und Nächte Natur, Meer und Essen. Ja, einfach das, was man auf einem Kreuzfahrtschiff so macht und erlebt. Speziell an dieser Reise ist, dass ich erstmals alleine im Rollstuhl unterwegs sein werde. Jedenfalls für die ersten zwei Wochen. In meinen Reiseberichten werde ich von meinen Erfahrungen und Erlebnissen berichten. Es geht nicht um eine Selbstdarstellung, sondern um aufzuzeigen, dass mit Willen und Kreativität vieles möglich ist. Vivere militare est (Solange ich lebe, kämpfe ich).
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